Was ist UX Design? Und warum machen wir das bei atrify?

by | Jun 4, 2020

Was ist UX Design? Und warum machen wir das bei atrify?
Unsere Lebensrealität hat sich, was die Nutzung elektronischer Geräte, des Internets und digitaler Anwendungen anbelangt, in den letzten 20 Jahren enorm gewandelt. Wir sind tagtäglich mit einer ganzen Reihe von elektronischen und digitalen Produkten umgeben. Und wir haben uns daran gewöhnt: Statt mit einem Walkman und ohne Telefon unterwegs zu sein, tragen wir ständig unser mobiles Büro in Form unseres Smartphones mit uns. Wir telefonieren, hören Musik, schreiben Nachrichten, vergleichen Preise, vernetzen uns mit Freunden und vieles mehr – schnell, einfach und angenehm mit nur wenigen Klicks. Das ist unser Anspruch. Funktioniert das mit einer Anwendung nicht, sind wir genervt und schauen nach Alternativen – denn die gibt es in der Regel zuhauf.

Ob wir ein Produkt oder eine Anwendung gut oder schlecht finden, hängt ganz klar damit zusammen, wie wir es in der Nutzung erleben und welche Erfahrungen wir damit machen – kurzum mit der User Experience. Können wir die Anwendung benutzen und unterstützt sie uns in unseren Aufgaben? Macht es sogar Freude, sie zu nutzen?

Definition User Experience (kurz UX): Der Begriff User Experience – oder anders das Nutzererleben – beschreibt alle Wahrnehmungen und Reaktionen einer Person, die aus der Nutzung und/oder der erwarteten Nutzung eines Produkts, Systems oder einer Dienstleistung resultieren. Darunter fallen sämtliche Emotionen, Vorstellungen, Vorlieben, Wahrnehmungen, physiologische und psychologische Reaktionen, Verhaltensweisen und Leistungen, die sich vor, während und nach der Nutzung ergeben.

Es reicht heute nicht mehr Anwendungen nach pragmatischen Gesichtspunkten einfach nur nutzbar zu machen. Die Erwartungen heutiger Nutzer sind offenkundig gestiegen.

Definition Usability: Die pragmatische Qualität wird durch den Begriff der Usability oder Gebrauchstauglichkeit abgedeckt, der das Ausmaß beschreibt, wie gut ein Produkt durch bestimmte Nutzer, in einem bestimmten Anwendungskontext genutzt werden kann um bestimmte Ziele effektiv, effizient und zufriedenstellend zu erreichen.

Digitale Produkte müssen auch emotionale und ästhetische Aspekte berücksichtigen, um erfolgreich zu sein. Das heißt sie müssen gut durchdacht, ansprechend gestaltet und sowohl einfach als auch angenehm zu nutzen sein – und das vor allem für die Menschen, für die sie entwickelt werden. User Experience Design (kurz UX Design) berücksichtigt diese Faktoren, da es den Nutzer in den Mittelpunkt des Gestaltungsprozesses stellt. UX Design liefert die Werkzeuge und Methoden, um besser zu verstehen, für wen wir gestalten und wie wir das systematisch tun können.

UX Design – was machen wir bei atrify daraus?
 Wir finden: UX Design ist ein überzeugender Ansatz, den es sich anzugehen lohnt! Wir stellen unsere Nutzer ins Zentrum unserer Produktentwicklung! Voller Enthusiasmus hat sich das atrify-UX-Team – zu Beginn eine One-Man-Show – vor einigen Jahren ans Werk gemacht.

Begonnen hat alles mit atrify publishing, unserer Lösung zur Dateneingabe für Hersteller und Lieferanten. Der Plan war den UX Design Prozess zunächst für diese Lösung zu etablieren. Wir sind also als erstes in den “Problemraum” gegangen und haben uns genau angeschaut, wer unsere Nutzer sind, welche Aufgaben sie erledigen wollen und welche Probleme ihnen dabei im Wege stehen. Eine kleine Vorahnung hatten wir ja schon, was uns erwarten würde. Wir wussten, der Anwendungskontext, in dem wir uns bewegen, ist sehr komplex und vielschichtig. Der Austausch von Produktdaten über das Global Data Synchronization Network (GDSN) folgt einer speziellen Choreografie – vom Sender über den Datenpool und die Global Registry zum Empfänger, sofern alle Parteien ihr ok geben. Es müssen viele Standards berücksichtigt werden und unzählige Attribute befüllt werden.

Wenn man sich alte Screenshots von publishing anschaut, sieht man, dass wir einiges dieser Komplexität unseren Nutzern zugemutet haben. Und genau das wurde uns in den ersten Nutzerinterviews und Umfragen gespiegelt. Unsere Anwender bescheinigten uns mehr oder weniger deutlich, dass die Nutzung sie auch schon mal überfordere und gerade die Fachbegriffe innerhalb des GDSN eine Herausforderung seien. Auch uns selbst sind in der Folge – einmal dafür sensibilisiert – einige Verstöße gegen Usability-Richtlinien aufgefallen.

The way to go…
So hart uns diese Erkenntnisse damals auch getroffen haben, so klar wurde, dass wir genau da ansetzen müssen und dass wir mit der Verbesserung der User Experience auf dem richtigen Weg sind.

Wie bekommen wir Feedback von unseren Nutzern?                                                                                                                                      Abgesehen von den “üblichen” Kanälen, wie z.B. über den Support oder Interviews mit Nutzern, haben wir seit kurzem auch einen Feedback-Button direkt in atrify publishing. Hier können unsere Nutzer wählen – Daumen hoch oder runter – wie sie die Anwendung empfinden. Und zwar wann sie wollen und so oft sie wollen. Außerdem ist es möglich, detaillierte Rückmeldungen hinzuzufügen. Das ist natürlich Gold wert – für unsere Nutzer, weil wir höher priorisieren und angehen können, was ihnen tatsächlich Schwierigkeiten bereitet. Und für uns, weil wir besser verstehen, wieso, weshalb, warum ein Feature verbesserungswürdig ist und dementsprechend sinnvollere Lösungen erarbeiten können.

Das Feedback unserer Kunden war so umfangreich und detailliert, dass wir sehr schnell eine ganze Menge an Punkten gesammelt hatten. Wir sind dann Schritt für Schritt vorgegangen, haben die drängendsten Probleme priorisiert und im “Lösungsraum” Ideen und mögliche Lösungsansätze entwickelt. Es wurden in mehreren Zyklen Prototypen erarbeitet, getestet und anhand der gewonnenen Erkenntnisse verbessert, bis die verbesserten Features ins Produktivsystem implementiert werden konnten. Diese iterative Vorgehensweise hat es uns erlaubt, schnell zu korrigieren, wenn wir gemerkt haben, dass eine Idee nicht funktioniert. So haben wir uns Nuss für Nuss, Feature für Feature vorgenommen und geknackt.

Wir konnten in den letzten Jahren im atrify publishing schon viele Verbesserungen bewirken, was sich im Nutzerfeedback widerspiegelt. Aber das reicht noch nicht. Nicht nur im publishing sondern auch in den allen anderen atrify Produkten gibt es weiterhin viel zu tun, um sie noch anwenderfreundlicher und nutzerzentrierter zu gestalten. Wir wissen, nur ein ganzheitlich positives Nutzererlebnis kann langfristig überzeugen und letzten Endes auch wirtschaftlich erfolgreich sein. Das ist unser Ziel und daran arbeiten wir auch weiterhin.

Für weitere spannende Insights aus dem UX Team – stay tuned!

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